Sonntag, 18. September 2011
Sonntag - Tag 1 der zweiten Woche
Um 8 Uhr aufwachen und total ausgeschlafen sein. Habe mir vorgenommen heute vor Mittag nicht rauszugehen, da der Blog wartet und überhaupt. Heute wollten wir die zweite Hälfte Mauerpark und den dortigen Flohmarkt "machen" - aber es regnet wie aus Eimern. Das erleichtert die Sache ungemein. Jetzt sind wir ja wieder auf dem Laufenden und vielleicht kommen jetzt wirklich auch mal die Bilder.
Eben läuten laut die Glocken und ich gucke aus dem Fenster, um mal zu sehen, wie Katholen aussehen. Viele, viele Kinder. Aber klar, die verhüten ja auch nicht....
Und diese Woche kommt der Papst nach Berlin. Wie feststellen konnten, wird sich an der TU schon enagiert auf den Besuch vorbereitet:
Ich bleibe heute hier - und Emil auch.
Teasy zieht es erst in Kino und dann ins Planetarium zum Kurzfilmfestival. Pierre hat ganz dolle saubergemacht und seine Bettwäsche schon gewaschen - er muss morgen um 4 los. War sehr nett mit ihm. So - und nun ist alles auf dem Laufenden. Das war fein. Bis bald !
Eben läuten laut die Glocken und ich gucke aus dem Fenster, um mal zu sehen, wie Katholen aussehen. Viele, viele Kinder. Aber klar, die verhüten ja auch nicht....
Und diese Woche kommt der Papst nach Berlin. Wie feststellen konnten, wird sich an der TU schon enagiert auf den Besuch vorbereitet:
Ich bleibe heute hier - und Emil auch.
Teasy zieht es erst in Kino und dann ins Planetarium zum Kurzfilmfestival. Pierre hat ganz dolle saubergemacht und seine Bettwäsche schon gewaschen - er muss morgen um 4 los. War sehr nett mit ihm. So - und nun ist alles auf dem Laufenden. Das war fein. Bis bald !
Der goldene Westen
Nach 4,5 Stunden sind wir komischerweise schon hellwach. Eigentlich möchte ich weiterschlafen, Teasy hingegen los. Das Wetter ist toll - und ich will ja nix verpassen. Also hepp!! Los geht's. Was machen wir heute?
Wir entscheiden uns für das alte Westberlin.
Als erstes begegnet uns morgens ein Sperrmüll-Markt am Ottopark. Findet 2 x im Jahr statt. Im September und dann wieder im Mai. Man bringt was man nicht mehr braucht, andere gucken, ob sie es brauchen. Und abends geht der Rest ins Müllauto. Das alles mit Kaffee und Kuchen und Würstchen. Tolle Idee! Und unser Motto für den Tag.

Frühstück unterwegs im Promo - sehr feinschmecker, sehr fein und sehr schmecker! Wir sitzen in draußen, teilweise in der Sonne. Wieder ein wundervoller Tag. Wirklich wie Sommerurlaub. Und diese Straßenecke, 3 Minuten von uns zählt zu Charlottenburg und ist sofort ganz anders. Gut bürgerlich, andere Menschen, heile Häuser, Harvestehude.
Über die Gotzkowsky, geradeaus Richtung Kantstraße. Die fahren wir dann von Savignyplatz (sehr hübsch, sehr fein) bis ganz oben. Wußte nicht, dass so eine große Straße ist. Am Anfang Chinatown, sehr viele Chinaläden (riecht nach Jugend: Räucherstäbchen) und viele Chinalokale. Noch echte alte Fachgeschäfte wie "Korsett Engelke", Kurzwaren und Eisenhöker. Die ganze Kantstraße lang ein Geschäft neben dem anderen.
Zwischendrin springt Teasy sein Hinterrad fast raus und verkantet sich. Mit der U-Bahn nach Hause? Wäre schade. In der Schlüterstraße finden wir ein sehr, sehr nettes und tolles Fahhradgeschäft, die haben zwar keine Zeit, geben aber Werkzeug und Hinweis, was zu tun ist. Danach können wir weiter.
Am Ende geht die Kantstraße über in die Neue Kantstraße und führt uns in den Park am Lietzensee. Großer See, sehr schön, viele Spielplätze, viele Kinder, viele Hunde, sehr belebt, mit Kapelle und Geburtstagsfeiern. 2 Kugeln Eis und eine kleine Pause.
Von dort aus wollen wir zum Funkturm. Also rüber über die Stadtautobahn, die S-Bahnschienen und da sind wir im "echten Westen". Ist das häßlich, dreckig, kaputt! Wer Depressionen wünscht, sollte zum Messezentrum gehen.


Wir gucken uns den Funkturm an und informieren uns. Der ist ja schon 1926 fertiggestellt worden und ist wirklich so schön wie der Eifelturm. Erst wollen wir nicht, dann doch: rauf. Mit dem gläsernen Fahrstuhl geht es 4 m pro Sekunde nach oben.
Das ist nicht ohne, wie auf dem Dom, kitzelt im Bauch und oben angekommen hat man erstmal eine Weile das Gefühl, alles schwankt. 125 Meter ist schon ganz schön hoch. Man hat einen weiten Blick über Berlin und darüber hinaus. Über Stahltreppen kann man auch noch ins Freie. Auch da hat man das Gefühl, der Turm schwankt. Der Fahrstuhl bringt uns doch heil wieder hinunter.
Wir durchqueren die andere Hälfte des Lietzensee-Parks und radeln zum Kurfürstendamm. Den habe ich von meinem letzten Berlin-Besuch sehr schlecht in Erinnerung und bin überrascht, wie sehr heile Welt das hier scheint. Großbürgerliche Häuser mit imposanten Fassaden, kleinen Türmchen, schnieke, breite Straßen. Das ist der erste Teil - dann kommt die Luxus-Meile mit Guccci, Prada, Saint Laurent. Keiner fehlt. Wie auf den Champs-Elysées sitzen die Leute in großen Straßencafés und lassen sich begucken. Kleine weiße Hunde, große dunkle Autos. Mercedes, Jaguar und ein gelber Maserati Testosteroni mit einer Gesamthöhe von 35 cm heult vorbei. Arme Sau.
Ab Bleibtreustraße wird es noch sehr viel voller und wir sehen Karstadt, C+A, H+M, Kik, Pimkie. Hier ist es etwas anders.Sehr laut, drängelig, schmuddelig - wir möchten nur noch schnell raus. Kurz noch die Gedächtniskirche angucken und wech hier. Aber wir finden die Kirche nicht. Ist ja auch egal, kann ab er nicht angehen. Bis wir feststellen, die wird anscheinend renoviert und ist so verkleidet, dass sie aussieht wie ein Bürohochhaus. Clever gemacht, 1A Tarnung.

Am Zoo vorbei und am Zoo-Palast (wird der abgerissen? die ganze Ecke liegt in Schutt und Asche) und ab ins Grüne, ist ja nich auszuhalten hier. Die Spree entlang Richtung Moabit. Da ist es gemütlich.
Zum Abschluss gibt es an der Markhallt in der Zuftwirtschaft ein lecker Abendessen. Matjes mit Bratkartoffeln, Tapas aus der Märkischen Gegend (lecker!) und selbstgebrautes Bier. Um 20.30 Uhr sind wir zuhause und um 21.00 Uhr schlafen wir. Mal wieder völlig erledigt. So geht das nicht weiter! Ist doch auch Urlaub.
Wir entscheiden uns für das alte Westberlin.
Als erstes begegnet uns morgens ein Sperrmüll-Markt am Ottopark. Findet 2 x im Jahr statt. Im September und dann wieder im Mai. Man bringt was man nicht mehr braucht, andere gucken, ob sie es brauchen. Und abends geht der Rest ins Müllauto. Das alles mit Kaffee und Kuchen und Würstchen. Tolle Idee! Und unser Motto für den Tag.
Frühstück unterwegs im Promo - sehr feinschmecker, sehr fein und sehr schmecker! Wir sitzen in draußen, teilweise in der Sonne. Wieder ein wundervoller Tag. Wirklich wie Sommerurlaub. Und diese Straßenecke, 3 Minuten von uns zählt zu Charlottenburg und ist sofort ganz anders. Gut bürgerlich, andere Menschen, heile Häuser, Harvestehude.
Über die Gotzkowsky, geradeaus Richtung Kantstraße. Die fahren wir dann von Savignyplatz (sehr hübsch, sehr fein) bis ganz oben. Wußte nicht, dass so eine große Straße ist. Am Anfang Chinatown, sehr viele Chinaläden (riecht nach Jugend: Räucherstäbchen) und viele Chinalokale. Noch echte alte Fachgeschäfte wie "Korsett Engelke", Kurzwaren und Eisenhöker. Die ganze Kantstraße lang ein Geschäft neben dem anderen.
Zwischendrin springt Teasy sein Hinterrad fast raus und verkantet sich. Mit der U-Bahn nach Hause? Wäre schade. In der Schlüterstraße finden wir ein sehr, sehr nettes und tolles Fahhradgeschäft, die haben zwar keine Zeit, geben aber Werkzeug und Hinweis, was zu tun ist. Danach können wir weiter.
Am Ende geht die Kantstraße über in die Neue Kantstraße und führt uns in den Park am Lietzensee. Großer See, sehr schön, viele Spielplätze, viele Kinder, viele Hunde, sehr belebt, mit Kapelle und Geburtstagsfeiern. 2 Kugeln Eis und eine kleine Pause.
Von dort aus wollen wir zum Funkturm. Also rüber über die Stadtautobahn, die S-Bahnschienen und da sind wir im "echten Westen". Ist das häßlich, dreckig, kaputt! Wer Depressionen wünscht, sollte zum Messezentrum gehen.
Wir gucken uns den Funkturm an und informieren uns. Der ist ja schon 1926 fertiggestellt worden und ist wirklich so schön wie der Eifelturm. Erst wollen wir nicht, dann doch: rauf. Mit dem gläsernen Fahrstuhl geht es 4 m pro Sekunde nach oben.
Das ist nicht ohne, wie auf dem Dom, kitzelt im Bauch und oben angekommen hat man erstmal eine Weile das Gefühl, alles schwankt. 125 Meter ist schon ganz schön hoch. Man hat einen weiten Blick über Berlin und darüber hinaus. Über Stahltreppen kann man auch noch ins Freie. Auch da hat man das Gefühl, der Turm schwankt. Der Fahrstuhl bringt uns doch heil wieder hinunter.
Wir durchqueren die andere Hälfte des Lietzensee-Parks und radeln zum Kurfürstendamm. Den habe ich von meinem letzten Berlin-Besuch sehr schlecht in Erinnerung und bin überrascht, wie sehr heile Welt das hier scheint. Großbürgerliche Häuser mit imposanten Fassaden, kleinen Türmchen, schnieke, breite Straßen. Das ist der erste Teil - dann kommt die Luxus-Meile mit Guccci, Prada, Saint Laurent. Keiner fehlt. Wie auf den Champs-Elysées sitzen die Leute in großen Straßencafés und lassen sich begucken. Kleine weiße Hunde, große dunkle Autos. Mercedes, Jaguar und ein gelber Maserati Testosteroni mit einer Gesamthöhe von 35 cm heult vorbei. Arme Sau.
Ab Bleibtreustraße wird es noch sehr viel voller und wir sehen Karstadt, C+A, H+M, Kik, Pimkie. Hier ist es etwas anders.Sehr laut, drängelig, schmuddelig - wir möchten nur noch schnell raus. Kurz noch die Gedächtniskirche angucken und wech hier. Aber wir finden die Kirche nicht. Ist ja auch egal, kann ab er nicht angehen. Bis wir feststellen, die wird anscheinend renoviert und ist so verkleidet, dass sie aussieht wie ein Bürohochhaus. Clever gemacht, 1A Tarnung.
Am Zoo vorbei und am Zoo-Palast (wird der abgerissen? die ganze Ecke liegt in Schutt und Asche) und ab ins Grüne, ist ja nich auszuhalten hier. Die Spree entlang Richtung Moabit. Da ist es gemütlich.
Zum Abschluss gibt es an der Markhallt in der Zuftwirtschaft ein lecker Abendessen. Matjes mit Bratkartoffeln, Tapas aus der Märkischen Gegend (lecker!) und selbstgebrautes Bier. Um 20.30 Uhr sind wir zuhause und um 21.00 Uhr schlafen wir. Mal wieder völlig erledigt. So geht das nicht weiter! Ist doch auch Urlaub.
Freitag, 16. September 2011
Wirklich Pause !
Da wir gestern lange auf waren, schlafen wir heut bis 10. Die Sonne scheint nicht - obwohl angekündigt und es hat nur 12 Grad. Da wird erstmal gemütlich gebadet, gelesen, gefrühstückt und Blog geschrieben. Waren schon 2 Tage nachzuholen. Man will ja nix vergessen. Heute Abend steht noch ein Clubbesuch auf dem Programm "White Trash Fast Food". Die haben die tollste Homepage, die man sich denken kann
http://www.whitetrashfastfood.com/
Wenn man White Trash Fast Food bei Google eingibt und auf "diese Seite übersetzen" drückt bekommt man einen 1.a Humortext:
Das sind wir wieder - die Bilder sind immer noch nicht bearbeitet - man kommt ja zu nix. Wir sind jedenfalls erstmal zum Chinamann "Orchideen" hier um die Ecke gegangen. Mittagstisch bis 17 Uhr - und es war erst halb 5. Sehr lecker Ente und Bratnudeln für 4,20. Das lobt man sich. Nach dem dicken Essen nochmal ein Schläfchen und dann waren wir bestens gerüstet für den Ausflug in die Nacht.
Mit dem Rad durch das abendliche Berlin. Vor der "Hafenbar" stapelten sich junge Menschen in Schlangen bis um die Ecke herum auf der Straße 60 m weit. Komisch - wie wir gerade feststellen, lief dort - äh, ja nix. Also wohl nur ein cooler Schuppen, wo man sein Bier am besten mitbringt. Weil rein kann man ja nicht.
Weiter die Chausseestraße hoch ist man kurz hinter der Friedrichstraße plötzlich im Gruselland. Dunkle einsame Baustellen, Ruinen, Baugruben und schlagartig keine Menschen mehr. Da könnte man tolle Filme drehen. Bis wir dann lange bergauf fahren ( Prenzlauer BERG) und in der Schönhauser Allee unseren
Club finden.
Eintritt nur 3 Euro statt der angekündigten 6. Prima.Drinnen Chinamann-Deko mit Barocktapete, blau-weiß karierten Tischdecken. Stilbruch war ja schon immer ein Zeichen für clevere Ironie und uns-schert-gar-nix Mentalität. Rappeldicke voll das Restaurant - wir wollen in die Diamond Lounge zum Konzert. 22 Uhr stand im Heft. Wir sind extra etwas eher, damit mit man nochmal in Ruhe gucken kann. Konnten wir dann auch. Am Tatoo-Studio im Keller vorbei, durch eine Drahtgittertür, um die Ecke sehen wir ein grandioses Gewölbe. Deckenhöhe ca. 2 m. Könnte in einer Berghöhle sein oder im Bunker oder im Luftschutzkeller. Tolle Atmospähre und nur wir. Teasy holt Getränke, kommt zurück und sagt, ich müßte jetzt ganz tapfer sein. Na, sage ich, die Band spielt nicht? Doch - um eins (!!!). Wir hatten schon gehört, dass in Berlin zu früher Stunde nix los ist. Aber so spät für ein Konzert. Komisch.
Wir überlegen kurz und entscheiden uns dafür, einfach da zu bleiben. Ist ja egal wo wir sitzen und klönen. Und dann wurde Musik aufgelegt und wir kamen aus dem Staunen nicht raus: G R A N D I O S !
Supersound und Indie-Perlen, die keine Wünsche offen ließen: Interpol, The National, Cristal Castles uvm. Super tanzbare Indie-Mucke. Wo gibt es denn sowas? Die Zeit verging wie im Flug und es wurde voller und voller, die Leute tanzten, viel zu gucken und Mordsstimmung.Dazu Strobo, Nebel, Glitzerkugel.
Und dann die arme Band "The Wild Pals" - muss in dieser Stimmung antreten, die Musik wird abgestellt und die Band darf spielen, kurz und schmerzlos, vielleicht 5 Stücke. Die sind schon sehr professionell, Musik gut, viel Hall, der Sänger eine 30-ger Jahre Gelfrisur. Da steht man irgendwie nicht so drauf, wenn man hier gerade die ganzen Holomale angesehen hat. Aber hippe Kunststudenten aus England müssen so aussehen, erklärt man mit.
Kaum haben wir uns reingehört und wippen mit, da wird die Musik richtig großartig und wir staunen. Stellen dann aber fest, dass die Band schon gar nicht mehr auf der Bühne ist und die Indie-Perlenkette weitergeht. Äh, ja - Bands als Pauseclowns? Oder als Break, das Publikum neu durchmischen? Jedenfalls geht es kurz danach nur noch weiter mit Electro und Techno light. Und die Massen strömen rein. Zahlen jetzt 5 Euro für ohne Band. Als wir rauskommen ist es tatsächlich schon nach 3. Auf dem Weg zurück, die Schönhauser Allee hinunter hören wir viel Partylärm und lesen so lustige Bar-Namen wir "No Bex, No Latte, No Bullshit und dann auch noch Selbstbedienung" oder "Trost+Zuspruch 2 Mark". Congrationations for Peace on Earth!
Schön leer die Straßen, ohne Autos,der beleuchtete Hauptbahnhof ganz still. Das macht Spaß. Zuhause noch was gefuttert, der Chinamann war ja nu echt lange her - und dann um halb 5 ins Bett.
http://www.whitetrashfastfood.com/
Wenn man White Trash Fast Food bei Google eingibt und auf "diese Seite übersetzen" drückt bekommt man einen 1.a Humortext:
Das sind wir wieder - die Bilder sind immer noch nicht bearbeitet - man kommt ja zu nix. Wir sind jedenfalls erstmal zum Chinamann "Orchideen" hier um die Ecke gegangen. Mittagstisch bis 17 Uhr - und es war erst halb 5. Sehr lecker Ente und Bratnudeln für 4,20. Das lobt man sich. Nach dem dicken Essen nochmal ein Schläfchen und dann waren wir bestens gerüstet für den Ausflug in die Nacht.
Mit dem Rad durch das abendliche Berlin. Vor der "Hafenbar" stapelten sich junge Menschen in Schlangen bis um die Ecke herum auf der Straße 60 m weit. Komisch - wie wir gerade feststellen, lief dort - äh, ja nix. Also wohl nur ein cooler Schuppen, wo man sein Bier am besten mitbringt. Weil rein kann man ja nicht.
Weiter die Chausseestraße hoch ist man kurz hinter der Friedrichstraße plötzlich im Gruselland. Dunkle einsame Baustellen, Ruinen, Baugruben und schlagartig keine Menschen mehr. Da könnte man tolle Filme drehen. Bis wir dann lange bergauf fahren ( Prenzlauer BERG) und in der Schönhauser Allee unseren
Club finden.
Eintritt nur 3 Euro statt der angekündigten 6. Prima.Drinnen Chinamann-Deko mit Barocktapete, blau-weiß karierten Tischdecken. Stilbruch war ja schon immer ein Zeichen für clevere Ironie und uns-schert-gar-nix Mentalität. Rappeldicke voll das Restaurant - wir wollen in die Diamond Lounge zum Konzert. 22 Uhr stand im Heft. Wir sind extra etwas eher, damit mit man nochmal in Ruhe gucken kann. Konnten wir dann auch. Am Tatoo-Studio im Keller vorbei, durch eine Drahtgittertür, um die Ecke sehen wir ein grandioses Gewölbe. Deckenhöhe ca. 2 m. Könnte in einer Berghöhle sein oder im Bunker oder im Luftschutzkeller. Tolle Atmospähre und nur wir. Teasy holt Getränke, kommt zurück und sagt, ich müßte jetzt ganz tapfer sein. Na, sage ich, die Band spielt nicht? Doch - um eins (!!!). Wir hatten schon gehört, dass in Berlin zu früher Stunde nix los ist. Aber so spät für ein Konzert. Komisch.
Wir überlegen kurz und entscheiden uns dafür, einfach da zu bleiben. Ist ja egal wo wir sitzen und klönen. Und dann wurde Musik aufgelegt und wir kamen aus dem Staunen nicht raus: G R A N D I O S !
Supersound und Indie-Perlen, die keine Wünsche offen ließen: Interpol, The National, Cristal Castles uvm. Super tanzbare Indie-Mucke. Wo gibt es denn sowas? Die Zeit verging wie im Flug und es wurde voller und voller, die Leute tanzten, viel zu gucken und Mordsstimmung.Dazu Strobo, Nebel, Glitzerkugel.
Und dann die arme Band "The Wild Pals" - muss in dieser Stimmung antreten, die Musik wird abgestellt und die Band darf spielen, kurz und schmerzlos, vielleicht 5 Stücke. Die sind schon sehr professionell, Musik gut, viel Hall, der Sänger eine 30-ger Jahre Gelfrisur. Da steht man irgendwie nicht so drauf, wenn man hier gerade die ganzen Holomale angesehen hat. Aber hippe Kunststudenten aus England müssen so aussehen, erklärt man mit.
Kaum haben wir uns reingehört und wippen mit, da wird die Musik richtig großartig und wir staunen. Stellen dann aber fest, dass die Band schon gar nicht mehr auf der Bühne ist und die Indie-Perlenkette weitergeht. Äh, ja - Bands als Pauseclowns? Oder als Break, das Publikum neu durchmischen? Jedenfalls geht es kurz danach nur noch weiter mit Electro und Techno light. Und die Massen strömen rein. Zahlen jetzt 5 Euro für ohne Band. Als wir rauskommen ist es tatsächlich schon nach 3. Auf dem Weg zurück, die Schönhauser Allee hinunter hören wir viel Partylärm und lesen so lustige Bar-Namen wir "No Bex, No Latte, No Bullshit und dann auch noch Selbstbedienung" oder "Trost+Zuspruch 2 Mark". Congrationations for Peace on Earth!
Schön leer die Straßen, ohne Autos,der beleuchtete Hauptbahnhof ganz still. Das macht Spaß. Zuhause noch was gefuttert, der Chinamann war ja nu echt lange her - und dann um halb 5 ins Bett.
Wannsee: Heaven and Hell
Nun aber sollte heute ein ruhiger Tag eingeschoben werden, da sich die Pause gestern mehr als vollwertiger Besichtigungstag entpuppt hat. Wir fangen mit einem Frühstück in unserer Lieblingsmarkthalle an. Rühreibrötchen und Hackepeter, dazu einen Pott Kaffee.
Man muss ja auch spontan bleiben und wir beschließen diesen grandios blauen Himmel Respekt zu zollen und entscheiden uns für einen Ausflug zum Wannsee. Dort wartet auf uns die Liebermann-Villa, die wir schon seit Jahren besuchen wollen, seit wir in der Kusthalle die Liebermann-Ausstellung gesehen haben.
Mit dem Rad zum Hauptbahnhof, ab in die S 7 und die fährt duch bis Wannsee in nur 30 Minuten. Das ist sehr praktisch - zumal es auf der Karte sehr weit weg aussieht. Vergleichbar mit Hauptbahnhof - Sachsenwald. Dauert auch nicht länger, ist aber auch sehr weit weg. Dann kurz die Borussia bewundert, einen Rasenmäher abgehängt - hier fahren in Günanlagen immer Fahrzeuge hinter einem her: Bagger im Tiergarten, viele, jetzt der Aufsitzmäher bei der Borussia. Wie im Comic - aber man fühlt sich verfolgt.
Dann über eine Brücke, die den kleinen und den großen Wannsee trennt entlang des Mauerweges (auch hier) und gar nicht weit bis zur Colomierstraße 3. www.max-liebermann.de
Dort zahlt man seinen Eintritt gerne, denn es dient einem guten Zweck. Der Garten ist groß und schön und ich wundere mich, dass Artischocken auch in unseren Breiten wachsen. Das werde ich nächstes Jahr auch ausprobieren. Bauerngarten "mit alles", Stauden, Birken und Seeblick. Das Haus hell und freundlich. Viel zu lesen und zu bewundern. Gemälde aller Stilrichtungen. Der konnte alles : Öl, Aquarell, Radierungen, Zeichnungen. Portraits, die wirklich Charakter haben.
Dazu die Geschichte des Hauses, vom Künstlersitz und Sommerresidenz, durch Enteignung zum NS-Schulungszentrum, später zum Krankenhaus und dann zum Tauchclub "mit eingemauertem Aquarium hinter der Bar im Gemeinschaftsraum" umfunktioniert. Wandgemälde überlackiert - andere mit Tordurchbrüchen verschwinden lassen. Gelernt haben wir , dass Herr Liebermann in seinem Geburtshaus am Pariser Platz 7 (!) gleich neben dem Brandenburger Tor lange gelebt hat und dort auch - ob der braunen Suppe in Berlin - den Ausspruch tat " Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte". Er starb verbittert 1935, nachdem er 1933 aus Protest alle öffentlichen Ämter niedergelegt hatte. Seine Frau nahm 1943 Alter von 85 Jahre Veronal, um sich der Deportation zu entziehen.
Zum Abschluss auf der Terrasse lecker Zwiebelkuchen mit Federrotem (kannten wir auch noch nicht) und eine Blaubeertorte mit Rhabarberschorle. Klar, wer was nahm...
Kleine Anektdote am Rande - unsere Technik-Affinität ist ja bekannt. Es gibt dort an Apple PCs Info-Filme. Die wollten wir uns ansehen. Und zeitglich wurden beide Bildschirme schwarz! - Kurz danach nahmen andere Besucher Platz und alles war wieder gut.
Danach gleich 3 Häuser weiter das Haus der Wannsee-Konferenz. Die Geschichte ist bekannt. Dort wurde die "Endlösung" geplant und besprochen, bei einem leckeren Frühstück in gepflegter Umgebung. Das Haus wirkt düster - soll es wohl auch und die Ausstellung umfasst die ganze Geschichte des Holocaust und ist sehr, sehr gut gemacht. Erstaunlich, welche Dokumente noch existieren und erschütternd, wie abstrakt, verwaltend und herzlos-pragmatisch das Thema auf organisatorischer Seite abgewickelt wurde. Deprimierend.
Sehr viel zu lesen - daher haben wir das Buch erworben, dass sie Ausstellung komplett wiedergibt.
Neben diesem düsteren Ort gibt es ein Ausflugskaffee - und zwar ein ganz Besonderes.Es belegte bei der Wahl des beliebtetsten Outdoor-Lokals den 2. Platz. Daneben steht ein monumentaler Löwe, den die Dänen erschaffen haben anläßlich ihres Sieges über Schleswig-Holstein. Der Löwe ist muskulös, groß und gefährlich von hinten und von vorne ein echter Däne mit einem Gesicht wie ein Plüschtier oder wie aus der Augsburger Puppenkiste. Niedlich.
Nun noch schnell zum Strandbad Wannsee. Ich war wild entschlossen, nochmal ins Wasser zu springen. Aber es ist wirklich sehr kalt heute, die Sonne ist schon lange weg und es ist spät. Ich lasse mir versprechen, dass wir nochmal wiederkommen - denn ich möchte unbedingt einmal in diesem Jahr im See baden. Egal wie kalt. Das muss noch klappen. Schönes Strandbad. Groß, Sandstrand, Strankörbe. Charmant anachronistisch
Zur S-Bahn Nikolai-See sind es nur wenige hundert Meter und die Bahn bringt uns zum Hauptbahnhof, von wo aus wir nun mal kurz bei Justy vorbeiradeln. Dort wird grad gemütlich bestelltes Essen verspeist und Josy ist zu Gast. Die Katze ist viel niedlicher als man dachte. Die freut sich, die Justy - wir bleiben nur kurz, wollten ja nur mal sagen, dass wir da sind. Danach kaufen noch im Moabogen was zum Abendessen und dann ab nach Hause. Pierre ist heute auch da und möchte gerne mit uns essen. Wir sitzen zusammen in der Küche und es gibt Nudeln mit Champignons, Frühlingszwiebeln, Biohack und Huhn gebraten in Pfeffersahnesauce. Sehr lecker. Wir klönen nett fast bis Mitternacht und dann ist es wieder höchste Zeit zum Schlafen.
Man muss ja auch spontan bleiben und wir beschließen diesen grandios blauen Himmel Respekt zu zollen und entscheiden uns für einen Ausflug zum Wannsee. Dort wartet auf uns die Liebermann-Villa, die wir schon seit Jahren besuchen wollen, seit wir in der Kusthalle die Liebermann-Ausstellung gesehen haben.
Mit dem Rad zum Hauptbahnhof, ab in die S 7 und die fährt duch bis Wannsee in nur 30 Minuten. Das ist sehr praktisch - zumal es auf der Karte sehr weit weg aussieht. Vergleichbar mit Hauptbahnhof - Sachsenwald. Dauert auch nicht länger, ist aber auch sehr weit weg. Dann kurz die Borussia bewundert, einen Rasenmäher abgehängt - hier fahren in Günanlagen immer Fahrzeuge hinter einem her: Bagger im Tiergarten, viele, jetzt der Aufsitzmäher bei der Borussia. Wie im Comic - aber man fühlt sich verfolgt.
Dann über eine Brücke, die den kleinen und den großen Wannsee trennt entlang des Mauerweges (auch hier) und gar nicht weit bis zur Colomierstraße 3. www.max-liebermann.de
Dort zahlt man seinen Eintritt gerne, denn es dient einem guten Zweck. Der Garten ist groß und schön und ich wundere mich, dass Artischocken auch in unseren Breiten wachsen. Das werde ich nächstes Jahr auch ausprobieren. Bauerngarten "mit alles", Stauden, Birken und Seeblick. Das Haus hell und freundlich. Viel zu lesen und zu bewundern. Gemälde aller Stilrichtungen. Der konnte alles : Öl, Aquarell, Radierungen, Zeichnungen. Portraits, die wirklich Charakter haben.
Dazu die Geschichte des Hauses, vom Künstlersitz und Sommerresidenz, durch Enteignung zum NS-Schulungszentrum, später zum Krankenhaus und dann zum Tauchclub "mit eingemauertem Aquarium hinter der Bar im Gemeinschaftsraum" umfunktioniert. Wandgemälde überlackiert - andere mit Tordurchbrüchen verschwinden lassen. Gelernt haben wir , dass Herr Liebermann in seinem Geburtshaus am Pariser Platz 7 (!) gleich neben dem Brandenburger Tor lange gelebt hat und dort auch - ob der braunen Suppe in Berlin - den Ausspruch tat " Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte". Er starb verbittert 1935, nachdem er 1933 aus Protest alle öffentlichen Ämter niedergelegt hatte. Seine Frau nahm 1943 Alter von 85 Jahre Veronal, um sich der Deportation zu entziehen.
Zum Abschluss auf der Terrasse lecker Zwiebelkuchen mit Federrotem (kannten wir auch noch nicht) und eine Blaubeertorte mit Rhabarberschorle. Klar, wer was nahm...
Kleine Anektdote am Rande - unsere Technik-Affinität ist ja bekannt. Es gibt dort an Apple PCs Info-Filme. Die wollten wir uns ansehen. Und zeitglich wurden beide Bildschirme schwarz! - Kurz danach nahmen andere Besucher Platz und alles war wieder gut.
Danach gleich 3 Häuser weiter das Haus der Wannsee-Konferenz. Die Geschichte ist bekannt. Dort wurde die "Endlösung" geplant und besprochen, bei einem leckeren Frühstück in gepflegter Umgebung. Das Haus wirkt düster - soll es wohl auch und die Ausstellung umfasst die ganze Geschichte des Holocaust und ist sehr, sehr gut gemacht. Erstaunlich, welche Dokumente noch existieren und erschütternd, wie abstrakt, verwaltend und herzlos-pragmatisch das Thema auf organisatorischer Seite abgewickelt wurde. Deprimierend.
Sehr viel zu lesen - daher haben wir das Buch erworben, dass sie Ausstellung komplett wiedergibt.
Neben diesem düsteren Ort gibt es ein Ausflugskaffee - und zwar ein ganz Besonderes.Es belegte bei der Wahl des beliebtetsten Outdoor-Lokals den 2. Platz. Daneben steht ein monumentaler Löwe, den die Dänen erschaffen haben anläßlich ihres Sieges über Schleswig-Holstein. Der Löwe ist muskulös, groß und gefährlich von hinten und von vorne ein echter Däne mit einem Gesicht wie ein Plüschtier oder wie aus der Augsburger Puppenkiste. Niedlich.
Nun noch schnell zum Strandbad Wannsee. Ich war wild entschlossen, nochmal ins Wasser zu springen. Aber es ist wirklich sehr kalt heute, die Sonne ist schon lange weg und es ist spät. Ich lasse mir versprechen, dass wir nochmal wiederkommen - denn ich möchte unbedingt einmal in diesem Jahr im See baden. Egal wie kalt. Das muss noch klappen. Schönes Strandbad. Groß, Sandstrand, Strankörbe. Charmant anachronistisch
Zur S-Bahn Nikolai-See sind es nur wenige hundert Meter und die Bahn bringt uns zum Hauptbahnhof, von wo aus wir nun mal kurz bei Justy vorbeiradeln. Dort wird grad gemütlich bestelltes Essen verspeist und Josy ist zu Gast. Die Katze ist viel niedlicher als man dachte. Die freut sich, die Justy - wir bleiben nur kurz, wollten ja nur mal sagen, dass wir da sind. Danach kaufen noch im Moabogen was zum Abendessen und dann ab nach Hause. Pierre ist heute auch da und möchte gerne mit uns essen. Wir sitzen zusammen in der Küche und es gibt Nudeln mit Champignons, Frühlingszwiebeln, Biohack und Huhn gebraten in Pfeffersahnesauce. Sehr lecker. Wir klönen nett fast bis Mitternacht und dann ist es wieder höchste Zeit zum Schlafen.
Wir gehen auf'n Dom
Dieser Tag war als Pausentag gedacht - aber alles viel zu schade. Die Zeit verfliegt und es gibt noch so viel zu tun und zu sehen. Also kurzentschlossen einen kleinen Ausflug geplant: Humbolt-Box und Berliner Dom. Der Weg dorthin führt uns wieder über Spreebrücken, durch den Tiergarten und dort finden wir große Steine. Das global Stone Project. Eine schöne Idee, die Kontinente darzustellen, zu verbinden und gleichzeitig den Tiergarten schön zu schmücken. www.globalstone.de
Dazu sind die Steine von der Sonne ganz schön aufgeheizt und fühlen sich wunderbar glatt an. Hot Stone Massage für Große.
Vorbei an restaurierten und wiederhergestellen Prachtbauten (Gendarmenmarkt, Nikolauviertel, Opern und Botschaften) gelangen wir zur Humboldt-Box. Ein Informationscentrum, dass den interessierten Bürger über den Wiederaufbau des Stadtschlosses informieren soll. Aber - wir zögern. 4 € Eintritt um den Bürger zu informieren, wozu seine Hunderte und Millionen Steuergelder gebraucht werden. Nö - da müßte man ja noch Geld dazu bekommen. Wir entscheiden uns gleich auf die Domseite zu wechseln.
Aber die Kirche nimmt es ja auch von den Lebendigen. Hier kostet der Eintritt 7 € und Teasy will gar nicht rein. Die Kirche noch unterstützen - Frechheit. Nee - er will nicht. Aber ich will unbedingt. Da kommt er mir zuliebe dann doch mit. Ich möchte vor allem auf die Kuppel. Aber da muss man sowieso erst durch den Dom durch. Ist sehr hoch, sehr groß, sehr imposant. Zwischen Kirche und Kuppel gibt es dann eine Ausstellung über die Planung des Bauwerks, die Zerstörungen, den Wiederaufbau. Und das ist alles wirklich faszinierend. Erst in Pappe, dann in Gips, dann groß in Gips mit Spiegeln, damit man in alle Ecken gucken kann. Toll. Puppenstube für Fortgeschrittene. Wenn man die Schwierigen Vorbereitungen sieht, schätzt man - unabhängig ob Kirche oder nicht, schlicht die großartige Baukunst. Gipsfigurinen für jede Gestalt, die draußen am Dom hängt oder steht. Vorgefertigte Ölgemälde, die dann in verschiedenen Varianten als Mosaik nachgebaut werden. Ganz toll!
Dann geht es auf die Kuppel: 267 Stufen. Wir sind hier gut im Training. Oben gibt es einen Umlauf um die Kuppel und man kann alle 6 Meter aus einem kleinen Fenster schauen - so hatte ich mir das nicht vorgestellt, ich wollte raus! Na, man nimmt was man kriegen kann. Aber, oh - Wunder ! Am Ende des Rundganges geht es nicht runter sondern rauf. Also doch. Uber weitere 100 Metallstufen kommt man auf den richtigen Kuppelrundgang draußen am Turm. Das ist es! Bei gefühlter Windstärke 9 können wir fern sehen in alle Richtungen.
Dann kommt der Abstieg und der führt uns direkt in die Hohenzollern-Gruft. Massen an Särgen aller Couleur. Vom goldenen Pruksarg über veritable Draculasärge mit Drachen und Löwen drauf, aus schwarzem Eisen (very gothic), Marmorbastionen und schlichte Holzkästen. Interessant, wie das jeweilige Zeitalter oder die gerade aktuelle Kirchenkultur auf die Beerdigungsrituale durchsschlägt. Viele kleine Kästen - die Kinder hatten es damals noch nicht so leicht durchzukommen. Dunkle Zeiten.
Der Dombesuch hat Stunden gedauert - wir huschen noch rüber zum Stadtschloss, das es ja noch gar nicht gibt. Ein Herz von grünerem Gras im Rasen ziert den Platz und ein goldenes Schoss. Das ist mal eine gute Idee. Und hier das fertige Stadtschloss in einer bezahlbaren Variante - auch eine sehr gute Idee!
Daneben Ausgrabungen vom alten Stadtschloss, da werden Keller freigelegt und Grundmauern, Abwasserkanäle und Vorratskammern. Das machen die echt gut. Man fühlt sich wie im Pompeji.
Plötzlich ist es kalt geworden und spät und wir radeln flugs zurück zu unserem Moabiter-Lieblings-Pizza-Händler. Dem Mann aus Venedig "dulce Pizza". Wieder lecker mit Aubergine die eine und die andere mit Thunfisch und ein Venezianisches Bier.
Wir sind völlig platt - so Besichtigungen sind genauso anstrengend wie weite Fahrten - oder mehr. Um 9 liegen wir im Bett, lesen noch etwas und schlafen schon vor 10. Soweit zum Pausentag.
Dazu sind die Steine von der Sonne ganz schön aufgeheizt und fühlen sich wunderbar glatt an. Hot Stone Massage für Große.
Vorbei an restaurierten und wiederhergestellen Prachtbauten (Gendarmenmarkt, Nikolauviertel, Opern und Botschaften) gelangen wir zur Humboldt-Box. Ein Informationscentrum, dass den interessierten Bürger über den Wiederaufbau des Stadtschlosses informieren soll. Aber - wir zögern. 4 € Eintritt um den Bürger zu informieren, wozu seine Hunderte und Millionen Steuergelder gebraucht werden. Nö - da müßte man ja noch Geld dazu bekommen. Wir entscheiden uns gleich auf die Domseite zu wechseln.
Aber die Kirche nimmt es ja auch von den Lebendigen. Hier kostet der Eintritt 7 € und Teasy will gar nicht rein. Die Kirche noch unterstützen - Frechheit. Nee - er will nicht. Aber ich will unbedingt. Da kommt er mir zuliebe dann doch mit. Ich möchte vor allem auf die Kuppel. Aber da muss man sowieso erst durch den Dom durch. Ist sehr hoch, sehr groß, sehr imposant. Zwischen Kirche und Kuppel gibt es dann eine Ausstellung über die Planung des Bauwerks, die Zerstörungen, den Wiederaufbau. Und das ist alles wirklich faszinierend. Erst in Pappe, dann in Gips, dann groß in Gips mit Spiegeln, damit man in alle Ecken gucken kann. Toll. Puppenstube für Fortgeschrittene. Wenn man die Schwierigen Vorbereitungen sieht, schätzt man - unabhängig ob Kirche oder nicht, schlicht die großartige Baukunst. Gipsfigurinen für jede Gestalt, die draußen am Dom hängt oder steht. Vorgefertigte Ölgemälde, die dann in verschiedenen Varianten als Mosaik nachgebaut werden. Ganz toll!
Dann geht es auf die Kuppel: 267 Stufen. Wir sind hier gut im Training. Oben gibt es einen Umlauf um die Kuppel und man kann alle 6 Meter aus einem kleinen Fenster schauen - so hatte ich mir das nicht vorgestellt, ich wollte raus! Na, man nimmt was man kriegen kann. Aber, oh - Wunder ! Am Ende des Rundganges geht es nicht runter sondern rauf. Also doch. Uber weitere 100 Metallstufen kommt man auf den richtigen Kuppelrundgang draußen am Turm. Das ist es! Bei gefühlter Windstärke 9 können wir fern sehen in alle Richtungen.
Dann kommt der Abstieg und der führt uns direkt in die Hohenzollern-Gruft. Massen an Särgen aller Couleur. Vom goldenen Pruksarg über veritable Draculasärge mit Drachen und Löwen drauf, aus schwarzem Eisen (very gothic), Marmorbastionen und schlichte Holzkästen. Interessant, wie das jeweilige Zeitalter oder die gerade aktuelle Kirchenkultur auf die Beerdigungsrituale durchsschlägt. Viele kleine Kästen - die Kinder hatten es damals noch nicht so leicht durchzukommen. Dunkle Zeiten.
Der Dombesuch hat Stunden gedauert - wir huschen noch rüber zum Stadtschloss, das es ja noch gar nicht gibt. Ein Herz von grünerem Gras im Rasen ziert den Platz und ein goldenes Schoss. Das ist mal eine gute Idee. Und hier das fertige Stadtschloss in einer bezahlbaren Variante - auch eine sehr gute Idee!
Daneben Ausgrabungen vom alten Stadtschloss, da werden Keller freigelegt und Grundmauern, Abwasserkanäle und Vorratskammern. Das machen die echt gut. Man fühlt sich wie im Pompeji.
Plötzlich ist es kalt geworden und spät und wir radeln flugs zurück zu unserem Moabiter-Lieblings-Pizza-Händler. Dem Mann aus Venedig "dulce Pizza". Wieder lecker mit Aubergine die eine und die andere mit Thunfisch und ein Venezianisches Bier.
Wir sind völlig platt - so Besichtigungen sind genauso anstrengend wie weite Fahrten - oder mehr. Um 9 liegen wir im Bett, lesen noch etwas und schlafen schon vor 10. Soweit zum Pausentag.
Dienstag, 13. September 2011
East Side - Kreuzberg
Das tolle angekündigte Wetter ist tatsächlich so. Sehr windig zwar, aber sonnig und schön. Wir frühstücken heute in der Arminius-Markthalle gleich hier um die Ecke. Eine wunderbare alte Markthalle, die eine interessante Mischung aus Kalle's Imbiss und Kunstwerken anbietet. Preise für Lebensmittel, als sei Inflation ein Wort aus einem Science-Fiction Film. Kokosberger (dick, schwer, lecker) 50 Cent, Mohnkuchen 80 Cent, Brötchen 7 Cent, Kümmelstange 20 Cent. Kaffe 70 Cent ( wird auf Wunsch nochmal nachgeschenkt). Da lohnt sich das Selbermachen gar nicht und man hat dazu auch noch diese wunderbare Atmosphäre. Zum Mittag ähnlich Bratkartoffel mit Spiegeleiern 3 Euro. Wo gibt es denn sowas noch. Die sehen uns wieder !
Danach sind wir gestärkt und schwingen uns auf's Rad Richtung East-Side-Gallery. Immer die linke Seite der Spree entlang. Dabei kommt man von ganz alleine an so vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten vorbei, dass man erkennt wo der Unterschied zwischen einer schönen Stadt und einer Haupt- oder Weltstadt liegt. Ist 'ne andere Nummer. Nicht unbedingt schöner - aber mehr, größer, imposanter.
Also die schöne Spree entlang, vorbei am Regierungsviertel, Reichstag, dann die Museen mit prächtigen Gebäuden. Aber umhauen tut einen der Berliner Dom. Enorm, prächtig, beeindruckend. Der könnte auch in Rom stehen oder in Paris. Kraftstrotzend. Durchs Nikolaiviertel mit schicken Lokalen und am Wasser ab Friedrichstraße ein Café neben dem anderen. Pariser Flair. Sehr charmant. Es bleibt wunderschön bis zur Mühlendammschleuse. Danach ist alles irgenwie ganz anders. Es bleibt auch genau so. Wenig ansprechend, große Straßen, Industrie, wenig Menschen, Farblosigkeit.
Bis zur East-Side-Gallery. Ein Mauerstück von 1,6 km Länge, von Künstlern bemalt. Noch einmal mehr stellt sich das Gefühl ein, dass eine Mauer mehr ist als eine Mauer und dass man Menschen nicht einfach so einsperren kann. Vermittelt ein beklemmendes Gefühl. Der Blick auf die Spree zubetoniert. Die Bürger Gefangene des eigenen Staates. Aber der Kapitalismus obsiegt auch hier und so wurden aus den spärlichen Mauerresten noch einmal 2 Platten entfernt, um für die O2- Arena einen Fähranleger zu ermöglichen. Immerhin gibt es dort an der Spree auf einem Boot ein ganz prima Hostel. Das kann man sich merken
http://www.eastern-comfort.com/.
Da wir unser Ziel erreicht hatten, wollten wir uns im "Oststrand" stärken. Aber - der Beachclub ist seit 11.9. geschlossen. Genau wie eine Kunstausstellung, die wir unterwegs gesehen haben. Seit März offen - aber nur bis 11.9. Da nähme ich doch lieber den September mit als den März. Außerdem ist Berlin jetzt eine Ganzjahres-Touristenstadt.
Aber wir hatten Glück, der Beachclub nebenan, das Strandgut hatte noch geöffnet. Ab auf die Lounge-Liege, Blick auf's Wasser, Berliner Weiße (grün) und Pause. Der Weg war weit hatte sich aber gefühlsmäßig nicht gelohnt. In der Pampa, Industriegebiet. Nun ja. Über die wunderschöne Obenbaum-Brücke kreuzten wir rüber nach Kreuzberg und wollten auf der anderen Spreeseite retour. Sind wir aber nicht - sondern quer durch Kreuzberg.
Ist das toll! Da tobt das Leben. Schanze hoch 10 vor 10-15 Jahren. Colle Läden, prima Kneipen, eine neben der anderen. Wir haben Wasser dann Wasser sein lassen und sind querfeldein weiter. Oranienstraße, Wrangelstraße - alles wunderbar. Da muss man mit Zeit, zu Fuß und mit etwas Kleingeld nochmal wiederkommen. Gemischtwarenladen und Revolutionsbedarf:
Auf dem weiteren Weg entdeckten wir noch den Luisenstädter Kanal, der zugeschüttet wurde, weil er verschlammte, dann Grenzstück war, nochmal mit Trümmern verfüllt wurde und nun freigeschaufelt - im ehemaligen Kanalbett - ein toller Park ist. Ebenso wie der nächste Park in dem die Luistenstädter Kirche gestanden hat, die auch abgerissen wurde, weil dort Grenzbereich war. Über Potsdamer Platz (häßlich, mißglückt und voll verplant) und Tiergarten dann wieder zurück zur Markthalle.
Dort mit Abendbrot ausgerüstet und lecker gespeist in unserem Zimmer. Dann erstmal Nickerchen - so viel Radfahren strengt doch an. Tja und das war's für heute. Viele, viele Eindrücke. Morgen wohl ein Pausentag.
Mal gucken.
Danach sind wir gestärkt und schwingen uns auf's Rad Richtung East-Side-Gallery. Immer die linke Seite der Spree entlang. Dabei kommt man von ganz alleine an so vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten vorbei, dass man erkennt wo der Unterschied zwischen einer schönen Stadt und einer Haupt- oder Weltstadt liegt. Ist 'ne andere Nummer. Nicht unbedingt schöner - aber mehr, größer, imposanter.
Also die schöne Spree entlang, vorbei am Regierungsviertel, Reichstag, dann die Museen mit prächtigen Gebäuden. Aber umhauen tut einen der Berliner Dom. Enorm, prächtig, beeindruckend. Der könnte auch in Rom stehen oder in Paris. Kraftstrotzend. Durchs Nikolaiviertel mit schicken Lokalen und am Wasser ab Friedrichstraße ein Café neben dem anderen. Pariser Flair. Sehr charmant. Es bleibt wunderschön bis zur Mühlendammschleuse. Danach ist alles irgenwie ganz anders. Es bleibt auch genau so. Wenig ansprechend, große Straßen, Industrie, wenig Menschen, Farblosigkeit.
Bis zur East-Side-Gallery. Ein Mauerstück von 1,6 km Länge, von Künstlern bemalt. Noch einmal mehr stellt sich das Gefühl ein, dass eine Mauer mehr ist als eine Mauer und dass man Menschen nicht einfach so einsperren kann. Vermittelt ein beklemmendes Gefühl. Der Blick auf die Spree zubetoniert. Die Bürger Gefangene des eigenen Staates. Aber der Kapitalismus obsiegt auch hier und so wurden aus den spärlichen Mauerresten noch einmal 2 Platten entfernt, um für die O2- Arena einen Fähranleger zu ermöglichen. Immerhin gibt es dort an der Spree auf einem Boot ein ganz prima Hostel. Das kann man sich merken
http://www.eastern-comfort.com/.
Da wir unser Ziel erreicht hatten, wollten wir uns im "Oststrand" stärken. Aber - der Beachclub ist seit 11.9. geschlossen. Genau wie eine Kunstausstellung, die wir unterwegs gesehen haben. Seit März offen - aber nur bis 11.9. Da nähme ich doch lieber den September mit als den März. Außerdem ist Berlin jetzt eine Ganzjahres-Touristenstadt.
Aber wir hatten Glück, der Beachclub nebenan, das Strandgut hatte noch geöffnet. Ab auf die Lounge-Liege, Blick auf's Wasser, Berliner Weiße (grün) und Pause. Der Weg war weit hatte sich aber gefühlsmäßig nicht gelohnt. In der Pampa, Industriegebiet. Nun ja. Über die wunderschöne Obenbaum-Brücke kreuzten wir rüber nach Kreuzberg und wollten auf der anderen Spreeseite retour. Sind wir aber nicht - sondern quer durch Kreuzberg.
Ist das toll! Da tobt das Leben. Schanze hoch 10 vor 10-15 Jahren. Colle Läden, prima Kneipen, eine neben der anderen. Wir haben Wasser dann Wasser sein lassen und sind querfeldein weiter. Oranienstraße, Wrangelstraße - alles wunderbar. Da muss man mit Zeit, zu Fuß und mit etwas Kleingeld nochmal wiederkommen. Gemischtwarenladen und Revolutionsbedarf:
Auf dem weiteren Weg entdeckten wir noch den Luisenstädter Kanal, der zugeschüttet wurde, weil er verschlammte, dann Grenzstück war, nochmal mit Trümmern verfüllt wurde und nun freigeschaufelt - im ehemaligen Kanalbett - ein toller Park ist. Ebenso wie der nächste Park in dem die Luistenstädter Kirche gestanden hat, die auch abgerissen wurde, weil dort Grenzbereich war. Über Potsdamer Platz (häßlich, mißglückt und voll verplant) und Tiergarten dann wieder zurück zur Markthalle.
Dort mit Abendbrot ausgerüstet und lecker gespeist in unserem Zimmer. Dann erstmal Nickerchen - so viel Radfahren strengt doch an. Tja und das war's für heute. Viele, viele Eindrücke. Morgen wohl ein Pausentag.
Mal gucken.
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